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7. Dezember 2016 … der sechste und letzte Teil dieser Geschichte

Dann wandte ich mich an den letzten, den Zwölften: „Und wer bist du, Herr mit den Schattenaugen?“ Doch er gab keine Antwort, und Schweigen breitete sich aus in der Hütte. Und alle, angefangen vom Weber der Freude bis zum Weber des Friedens, senkten die Augen und verstummten. Nur der Weber der Hoffnung webte einen Regenbogen, der trieb bis ins Herz des einsamen dunklen Webers. „Wer mag das sein, Josa MacDhee?“, flüsterte ich.

„Antworte dem Kind“, sagte Josa, und seine Stimme klang traurig.

Da sprach der zwölfte Weber: „Ich bin der Weber der Macht und Herrlichkeit …“, begann er, aber Josa blickte ihn an, und er sprach nicht weiter.

machtherrlichkeit

„Art, kleiner Art“, sagte der Fürst des Friedens, „er ist der eine, der mich für immer verrät. Es ist Judas, der Weber der Angst!“

Da nahm der kummervolle Mann mit den Schattenaugen seine Weberschiffchen auf. „Was sind denn das für welche, Herr Judas?“, fragte ich eifrig, denn ich sah, dass sie schwarz waren; er aber schwieg. Doch einer von den Zwölfen, es war der Weber des Todes, beugte sich vor und sah dem dunklen Weber in die Augen. „Die drei Weberschiffchen, mit denen Judas Angst hineinwebt in die Welt, heißen Geheimnis und Verzweiflung und Grab.“

Da stand Judas auf und verließ das Zimmer, und was er gewebt hatte, folgte ihm wie ein Schatten; und die beiden fuhren hinaus in die trübe Welt. Und der Schatten glitt in die Herzen und Seelen der Menschen und verriet dort Josa, den Fürsten des Friedens, der das Leben ist.

Und auch Josa stand auf und nahm mich bei der Hand und ging mit mir aus der Hütte. Und als ich mich noch einmal umdrehte und zurückschaute, sah ich keinen von den Zwölfen mehr als nur den Weber der Hoffnung, der saß da und sang inmitten eines Nebels aus immer neuen Regenbogen, und er webte ein strahlendes Licht, das war hell wie die Sonne.

Und da erwachte ich am Herzen meiner Mutter, und ihre Tränen liefen über mein Gesicht, und ihre Lippen bewegten sich lautlos wie im Gebet.

Ein -kurzes- Zitat von Heinrich Dickerhoff dazu: „… wie wahr es ist, dass sich die Angst, der große Lebensverräter, als Macht und Herrlichkeit ausgibt und tarnt. …“ Ja, das ist wirklich eine sehr reale und leider immer noch moderne Geschichte! Der Name der Geschichte ist „Das Abendmahl“, und sie stammt – so steht es im Vorwort dazu – aus einem Buch von Fiona MacLeod „Das Reich der Träume“.

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Und hier die Orakelfrage für heute … und wie immer und schon geschrieben, geht es darum, sie den Tag über im Herzen zu bewegen, NICHT um eine Antwort! :

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Welchen Samen muss ich jetzt säen, um meinen ganz ureigenen Schatz auf weibliche Art (Hege und Pflege) zu erringen?

Hier fliegt die WANDERHEXE … Sonja Catarina Benandanti … mit Orakeln und anderen magischen Gehilfen