Samhain … Halloween … Schwarze Mondin

Das Fest der Ahnen, das uns den Weg in die Dunkle Zeit ebnet.

Wie wir uns auf die kommende dunkle Zeit vorbereiten, ist eine wesentliche Voraussetzung für unser Wohlbefinden während der nächsten Monate. Bis zur Wintersonnwende werden die Tage noch kürzer, und die Nächte noch länger. Viele Menschen haben Angst vor diesen Monaten, auch wenn Weihnachten kurz bevorsteht. Es ist eine der schwierigsten Zeiten im Jahreskreis, denn wir werden auf uns selbst, auf unser inneres Erleben zurückgeworfen. Und in unserer schnelllebigen und verstandesorientierten Zeit haben Dunkelheit, Tod, Schmerz und auch Besinnung, Mitgefühl und Intuition immer noch einen sehr geringen Platz. Da aber die Natur so ist, wie sie ist, und sich nicht von unserer Sehnsucht beeindrucken lässt, sind viele Menschen in dieser Zeit Depressionen und –im besseren Fall- schlechter Laune unterworfen.

Die Dunkle Zeit
Die Dunkle Zeit

So ist es nur sinnvoll, sich in gebührender Form auf die dunkle Zeit einzustellen. Gut kann dies gelingen, indem wir uns mit dem Vorboten, der Halloween-Nacht, dem alten Samhain, vertraut machen. Samhain ist das Fest der Schwarzen Mondin und der Toten. Die Verstorbenen des Jahres werden in den Familien verehrt, indem das Fest zu einem gewissen Anteil ihnen gewidmet wird, und sie ihren angestammten Platz einnehmen. Während des Festes gilt es, sie noch einmal zu Wort kommen zu lassen. Dazu werden Bilder der Verstorbenen aufgestellt, und vielleicht noch Gegenstände dazu, die sie besonders liebten. Jeder aus der Runde erzählt von dem jeweiligen Verstorbenen, was er mit ihm erlebt hat, an was er sich erinnern kann. Am Ende des Festes sollte es ein Samhain-Essen geben, und die Ahnen erhalten einen Platz am Tisch, mit Teller, Besteck und Gläsern. Natürlich wird auch das Essen mit ihnen geteilt, wenn auch nicht so, wie zu Lebzeiten.

Fahrt über den Großen Fluss
Fahrt über den Großen Fluss

An diesem ganz speziellen Fest sind die Schleier zwischen unserer und der Anderswelt sehr dünn. Auch deshalb haben die Ahninnen und Ahnen einen ganz besonderen Platz bei diesem Fest. Und es bedeutet, dass jede Form von Informationen ganz besonders einfach zwischen den Welten hin und her fließen können. So ist es auch Brauch und gehört als wesentlicher Bestandteil zu diesem Fest, dass auf unterschiedlichste Arten orakelt wird. Der Blick hinter die Kulissen und in die Zukunft ist ein Teil der Sammlung von Energie für die dunkle Zeit, damit wir genug Lebenskraft und Energie für die Wiedergeburt des Lichtes an der Wintersonnwende, für den Start in die nächste lichte Zeit zusammen bringen. Wie die Eichhörnchen Nüsse sammeln und sich ein Nest für den Winterschlaf bauen, um über den Winter zu kommen, sammeln wir Informationen und Anregungen für unsere Form des „Winterschlafes“…

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Der zweite Teil des Samhain-Festes kann ein Ritual zur Entledigung alter und nicht mehr nützlicher Dinge sein. In den alten Zeiten wurden die Tiere, die den Winter nicht durchstehen würden, zu Samhain geschlachtet. In unserer heutigen Zeit geht es für die meisten um Ähnliches: Im Angesicht der dunklen Zeit gibt es oft Gedanken, Gefühle und Taten, die wir nicht durch den Winter bringen wollen oder können. Vor allem sind das alte Muster, die wir immer wieder wiederholen, oder Glaubenssätze, die uns vorgaukeln, dass wir nichts an unserem Leben wirklich ändern könnten, oder Ängste, die wie riesige, unüberwindbare Berge vor uns zu stehen scheinen … Da ist es sinnvoll, sie zu Samhain loszuwerden. Als Vorbereitung des Festes können z.B. herabgefallene Blätter oder Früchte gesammelt werden, um sie als Träger der Gedanken und Gefühle zu nutzen. Diese können wir dann als Teil des Festes mit unseren Sorgen „besprechen“, und rituell einem Bach oder Fluss mitgeben. Zu bedenken ist, dass manche Taten natürlich wirklich durchgeführt werden müssen. Das sollte im Vorfeld von Samhain bedacht und diese –soweit möglich- angegangen werden.

Und nicht zuletzt ist Samhain das letzte der drei Erntedank-Feste im Jahr. Die Ernte auch der letzten Früchte und Wurzeln ist bis Samhain im Allgemeinen abgeschlossen. Was jetzt noch auf Feldern oder Obstwiesen liegt, gilt als der Natur zurückgegeben, und sollte von uns Menschen nicht mehr aufgenommen werden. Als Dankeschön für unser alltägliches Leben können wir uns einen Rückblick in dieses vergangene Jahr erlauben, und uns bewusst machen, was alles in unser Leben gekommen ist. Jede Entwicklung, jede neue Erfahrung, jeder Start in eine neue Situation, aber auch jedes Ende hat eine Bedeutung für unser Leben, die wir oft erst Jahre später wirklich verstehen können. Aus diesem Grund ist es wesentlich, sich an einem solchen Fest wie Samhain die Ereignisse des Jahres noch einmal zu verdeutlichen, um als Ernte unsere Lehren daraus ziehen zu können, wenn auch vielleicht erst später.

Samhain ist ein Mondfest, und zwar das der Dunklen Mutter, der Schwarzen Mondin, wenn die Sonne im Sternzeichen Skorpion ist, also vom 21. Oktober bis zum 21. November. Die großen Göttinnen dieses Festes sind Hel, die altnordische Göttin der Unterwelt, der Übergänge und des Todes, und Hekate, die griechische Göttin der Kreuzwege (der an Kreuzwegen gehuldigt wurde, deshalb gibt es so viele Bildstöcke an Kreuzwegen), das Alte Weib ohne Tabus, schamlos, grenzüberschreitend und wild, der Albtraum ewig jung bleibender Männer! Auch Kali passt gut dazu, aber sie kommt aus dem Indischen, wo es diese Jahreszeiten nicht gibt …

Wenn du zu diesem speziellen Termin ein Orakel von mir möchtest, melde dich bitte unter Sonja@cafemagica.de oder über Telefon +49 172 9675975. 

Hier fliegt die WANDERHEXE … Sonja Catarina Benandanti